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Männerchor Königsbronn

DIE ORTSHYMNE VON KÖNIGSBRONN

 

  Königsbronn mit seinen Teilorten Itzelberg, Och- senberg und Zang zählt zu den waldreichsten Ge- meinden in Baden-Württemberg. Siedlungsorte oberhalb des Brenztals konnten deshalb früher nur durch Rodungen geschaffen werden. Auch wenn der Wald damals durch starken Holzeinschlag für die Köhlerei oder durch Beweidung nicht mit dem heu- tigen Aussehen vergleichbar ist, so gab es trotzdem viel Wild - und das wussten die württembergischen Herzöge und Könige auf herrschaftliche Art zu schätzen.
  Unter den jährlichen Jagden hatte die Bevölkerung viel zu leiden. Die Bauern mussten nicht nur Wild- schäden hinnehmen, sondern waren bis zur Ab- schaffung der Jagdfronen (Mitte 19. Jahrhundert) als Treiber, Fuhrleute und zur Verköstigung der Jagd- gesellschaft verpflichtet. Die Bevölkerung war sehr arm. Da nahm sich mancher das Recht heraus, durch Wilderei zu einem Ausgleich zu kommen.

  Not und Passion verbanden sich wohl zu der Meinung, mit dem Wildern nur ein Kavaliersdelikt zu begehen. Durch das Königsbronner Hüttenwerk bestand zudem die Möglichkeit, sich heimlich eine Schusswaffe zu fertigen. Im Königs- bronner Wildschützenmuseum ist z.B. ein zerlegbares Gewehr zu sehen, dessen Lauf - um harmlos zu wirken - wie ein Wanderstock gestaltet ist.

  Die Königsbronner erhielten deshalb schon früh den Beinamen "Wildschützen". Ein Königsbronner Volkslied, dessen Entstehung um 1900 datiert wird, nahm dieses Thema auf. Es gibt zwei Textfassungen: die eine in Hochdeutsch, nicht immer glücklich in der Reimfindung, die andere von Robert Fritz in Mundart, die dem ursprünglichen Text weitgehend folgt. Die Noten der Melodie wurden erstmals von Erne Burr nach Gehör aufgeschrieben; Andreas Hug hat diese zu einem ansprechenden vierstimmigen Tonsatz ergänzt. Das "Wildschützenlied" gehört seitdem zum Repertoire des Königsbronner Männerchors. Das nachstehende Bild entstand 2004, als der Chor mit diesem Lied mitten im Wald in eine große Wandergruppe von SWR4-Hörern platzte.


Man darf das Kapitel über die Wilddieberei in Königsbronn nicht schließen, ohne die tragischen Auswüchse zu erwähnen: zwei Förster, Süßkind und Braun, wurden von Wilderern getötet, als sie diese auf frischer Tat ertappten. Die Mörder wurden gefunden und verurteilt.


Das Wildschützenlied      

 

Ursprüngliche Fassung

   

Schwäbische Fassung von Robert Fritz

1

Wir treffen uns in früher Stunde
und schleichen durch das Dickicht hin.
Bleib du nur seitwärts an der Ronde
bei der bewussten Eiche steh'n.
Dort steht ein stolzer Rehbock ferne,
der soll heut' unsre Beute sein.
Wenn's blitzt, wenn's kracht, bleib in der Ferne,
an der bewussten Eiche steh'n.

  1








Mir treffat oos ganz bald am Morga
ond schleichet nå oms Buschwerk romm.
Bleib du derweilscht då hanna standa,
gascht oifach zu der Oicha nomm!
Vielleicht kommt heit der Reahbock wieder,
wo mir scho oftmåls gseha hant,
wann's blitzt, wann's kracht, bleib oifach standa,
då an der Oicha isch dai Platz!

2

Sag Freund, was hast du denn geschossen,
ein Rehbock schön, man glaubt es kaum.
Das heißt man kühn und frech geschossen,
vielleicht trifft uns das gleiche Los.
Hoho, hoho, Herr stolzer Förster,
wir lassen uns nicht bange sein,
mein Kam'rad dort an jener Eiche,
wenn's euch beliebt, schießt auch sehr fein.

  2

Sag, Freind, was haschd au du heit g'schossa?
A Reahbock isch's, må glaubt's ja kaum.
Jawoll, heit haschd du prima g'schossa,
vielleicht trifft oos au bald des Los!
Hoho, hoho, mai liaber Förschter,
mir hant koi Angschd, noi noi, ganz gwieß!
Mai Kamrad, sellt an dera Oicha,
des isch a guater Schütz ganz gwieß!

3

Oh ihr verfluchten Schnauzbartjungen,
ihr wollt noch trotzen obendrein.
Wir treffen uns in früher Stunde,
dann sollt ihr uns willkommen sein.
Hoho, hoho, Herr stolzer Förster,
zieh er in Frieden still nach Haus.
Vielleicht schmeckt ihm der Schweizerkäse,
aber uns fürwahr der Wildbretschmaus.

  3

Ihr stolze jonge Förschtersleutla,
ihr wellet ebbes besser's sei?
Mir treffet oos ond send ganz luschtig,
ihr kennat gära bei oos sei!
Hoho, hoho, mai liaber Förster,
gang aus am Wald jetzt wieder naus!
Vielleicht schmeckt dir a Backstoikäsle,
doch oos gwieß ooser Reahbockschmaus!

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